Besondere Herausforderungen für LSBTIQ*-Senior:innen
Während heterosexuelle Ehepartner:innen oder Kinder als selbstverständlich gelten, sind Wahlfamilien und langjährige Freundschaften in der Pflegewelt oft unsichtbar. Doch gerade in Berlin sind es häufig diese Beziehungen, die im Alter tragen. Wenn eine Freundin seit Jahren den Einkauf übernimmt oder ein Nachbar regelmäßig Arztbesuche begleitet, dann ist das Pflegearbeit – auch wenn es rechtlich nicht so genannt wird.
Bei der Begutachtung ist es wichtig, dass genau diese Unterstützungsformen benannt werden. Sonst entsteht ein Bild, das die tatsächliche Lebensrealität verzerrt. Hier zeigt sich, wie bedeutsam eine queersensible Beratung ist: Sie macht Mut, offen über die eigene Situation zu sprechen, Diskriminierungserfahrungen anzusprechen und Wahlfamilien sichtbar zu machen.
Einen Überblick über queersensible Angebote für ältere Menschen bietet die
Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung Berlin (LADS).
Wie man sich gut vorbereitet auf die MDK Begutachtung in Berlin für Pflege LSBTIQ
Eine Begutachtung ist kein Test, den man bestehen muss, sondern eine Chance, die eigene Situation realistisch darzustellen. Es hilft, schon vorher aufzuschreiben, wie ein typischer Tag aussieht: Welche Tätigkeiten fallen schwer? Welche Unterstützung wird regelmäßig gebraucht? Wer springt ein, wenn etwas nicht alleine geht?
In Berlin gibt es die Möglichkeit, sich von Pflegeberater:innen begleiten zu lassen. Diese kennen die Abläufe und wissen, worauf Gutachter:innen achten. Ein gemeinsames Gespräch im Vorfeld kann Sicherheit geben: Welche Fragen kommen wahrscheinlich? Wo ist es wichtig, ehrlich Schwächen zu zeigen? Welche Dokumente sollten bereitliegen?
Wer unsicher ist, kann sich auch bei der
Verbraucherzentrale Berlin informieren, die praxisnahe Tipps zum Pflegegrad-Antrag gibt.
Die Rolle von Alltagshilfe und Pflegeberatung
Alltagshilfe ist mehr als ein praktisches Angebot. Sie zeigt ganz konkret, wo im Leben Grenzen erreicht sind. Ob beim Kochen, beim Aufräumen oder bei Arztbesuchen – wenn diese Tätigkeiten nicht mehr alleine möglich sind, ist das ein starkes Signal dafür, dass Unterstützung gebraucht wird. Im Gespräch mit dem MDK kann das deutlich machen, warum ein Pflegegrad gerechtfertigt ist.
Pflegeberatung wiederum ordnet ein, welche Leistungen in Frage kommen und wie sie miteinander kombiniert werden können. Gerade beim ersten Antrag auf Pflegeleistungen ist das ein Dschungel aus Paragrafen und Formularen. Eine Beratung nimmt die Angst vor Fehlern, erklärt Zusammenhänge und begleitet durch den Prozess. Für LSBTIQ*-Senior:innen bedeutet das auch: Jemand achtet darauf, dass Wahlfamilien nicht übersehen werden und dass Diskriminierung im Begutachtungsprozess keinen Platz hat.
👉 Mehr dazu findest du bei unserer Pflegeberatung (§ 7a) und den Alltagshilfe-Leistungen.
Unterstützung in Berlin – und was AlleFarben Alltagshilfe leistet
Berlin bietet viele Anlaufstellen: von allgemeinen Beratungsstellen über Pflegekassen bis hin zu queeren Projekten. Doch die Angebote sind oft verstreut und schwer vergleichbar. Genau hier setzen wir von AlleFarben Alltagshilfe an. Wir unterstützen Senior:innen, Angehörige und Wahlfamilien dabei, die Begutachtung vorzubereiten, begleiten auf Wunsch auch zum Termin und helfen anschließend, das Ergebnis richtig einzuordnen.
Unsere Stärke ist die Kombination aus Pflegeberatung und praktischer Alltagshilfe. Das bedeutet: Wir kennen nicht nur die Theorie, sondern sehen im Alltag, wo Unterstützung gebraucht wird. Dieses Wissen kann in eine MDK Begutachtung in Berlin für Pflege bei LSBTIQ einfließen und dafür sorgen, dass der Pflegebedarf realistisch eingeschätzt wird. Gleichzeitig achten wir auf queersensible Kommunikation und darauf, dass jede Lebensform respektiert wird.
Hilfreiche Hintergrundinformationen zum Ablauf bietet auch die
Deutsche Alzheimer Gesellschaft.
Fazit: Sicherheit gewinnen durch Vorbereitung und Unterstützung
Die MDK-Begutachtung entscheidet über vieles: ob ein Pflegegrad anerkannt wird, wie hoch die Leistungen ausfallen und welche Hilfen in Zukunft genutzt werden können. Wer diesen Termin gut vorbereitet, reduziert Unsicherheiten und sorgt dafür, dass die eigene Lebenssituation wirklich sichtbar wird.
Für LSBTIQ*-Senior:innen in Berlin bedeutet das: Wahlfamilien aktiv einbeziehen, queersensible Beratung nutzen und keine Scheu haben, über Einschränkungen zu sprechen. Mit der richtigen Unterstützung – durch Pflegeberatung und Alltagshilfe – kann der Termin zu einem Schritt in Richtung mehr Sicherheit, Entlastung und Selbstbestimmung werden.
👉 Mehr Informationen findest du bei unserer Pflegeberatung (§ 7a), bei den Alltagshilfe-Leistungen oder direkt auf unserer Kontaktseite.